Einer der wichtigsten Beiträge des Architekten Filippo Juvarra zur Reggia di Venaria war der Bau des Südflügels, der von Michelangelo Garove begonnen worden war: Die Harmonie und die Proportionen, die er den neuen Räumen verlieh, die prächtigen Stuckdekore, Kranzgesimse und Lisenen in der Großen Galerie machten Juvarras eindrucksvolle Anlage zu einem Meisterwerk der Architektur des ganzen 18. Jahrhunderts.

Die Galerie verband die Wohnräume des Königs mit denen des Thronfolgers und ist eines der überraschendsten, spektakulärsten Elemente des gesamten Schlosses. Der äußerst reiche Dekorationsapparat ist den Künstlern Pietro Filippo Somasso, Giuseppe Bolina, Antonio Papa und Giovambattista Sanbartolomeo zu verdanken.

Allein die Größe ist mit einer Höhe von ca. 15 Metern in der Gewölbemitte, rund 80 Metern Länge und 12 Metern Breite absolut bemerkenswert.

Unter der französischen Besatzung wurde der ursprüngliche Fußboden ausgebaut und für die Beaumont-Galerie in Turin verwendet. Der heutige Fußboden wurde 1995 nach dem Entwurf von Juvarra angefertigt.

Eine der Besonderheiten der Großen Galerie ist der Glanz der Lichtstrahlen, die durch die 44 breiten Fenster und die 22 großen “Augen” am Gewölbe (Öffnungen, die innen oval und außen rechteckig sind) entstehen. Das Spiel aus Licht und Halbschatten unterstreicht die Vielfalt der unendlichen Verzierungen und der zwei Exedren und zieht die Besucher unwiderstehlich in den Bann.