Nach der Großen Galerie ist dies ein weiteres Meisterwerk von Filippo Juvarra in Venaria: die Hubertuskapelle, die dem Schutzheiligen der Jäger geweiht ist und so ebenfalls auf die Zweckbestimmung der Residenz verweist.

Die Kapelle, ein Wunsch von Vittorio Amedeo II, wurde 1716 begonnen und 1729 beendet. Juvarra entwarf für das sakrale Gebäude majestätische Volumen über einem Grundriss mit abgerundetem griechischem Kreuz. Zwei große Altäre befinden sich an den Seiten des Querschiffs, vier Kapellen, die innen rund und außen mehreckig sind, an den Diagonalen.

Die zahlreichen prächtigen Dekorationen im Innenraum ergänzen die geschickten Lichtkontraste und bilden ein wirklich einzigartiges Ambiente.

Der “strahlende Mittelpunkt” der Kapelle ist der Hochaltar von Giovanni Baratta, der zu schweben scheint, eingerahmt von dem Lichtbündel, das den Hintergrund zu dem von Marmorengeln getragenen Tabernakel bildet. Er ist vertikal angelegt und stellt damit eine Beziehung zu den beiden Mittelsäulen der von der Apsis gebildeten Muschel her.

Durch die hohen Glasfenster dahinter dringt üppig das Licht ein, das die ausgezackte Form des Altars betont und seine Farben und Nuancen vervielfältigt.

Ebenfalls von Baratta stammen die vier Statuen der Kirchenlehrer in den Nischen der Mittelpfeiler: die Heiligen Augustinus, Ambrosius, Athanasius und Johannes Chrysostomus.
An den Seitenaltären befinden sich vier große Altartafeln, die von bekannten Malern der römischen Schule stammen.

Die Verbindungen von der Kapelle zur Reggia, die Juvarra nicht vollendete, wurden unter Carlo Emanuele III. von Benedetto Alfieri ausgeführt, dem auch die eindrucksvolle Monumentaltreppe zur Empore zu verdanken ist.